Gedanken am 17. Mai

Ein wohlgefüllter Küchenschrank ist mir immer wieder eine
Quelle des Stolzes und der Freude. Schliesslich möchte niemand,
der hoch in den Bergen, eine halbe Autostunde vom
nächsten Geschäft entfernt wohnt, plötzlich ohne Klopapier
dasitzen. Aber es ist mehr als das. Ich schwelge förmlich im
Anblick unserer Regale voll Tütensuppen und Mehl, Obstkonserven
und ordentlich aufgereihten Gewürzgläschen. Es
schenkt mir ein Gefühl der Sicherheit – bis mir wieder
bewusst wird, wie lächerlich es ist zu glauben, Sicherheit sei
in einem Küchenschrank zu finden. Das Leben ist ständig im
Fluss, ständig im Wandel begriffen, und es gibt keine andere
Sicherheit, als unser bewusst gepflegtes Gefühl des Einsseins
mit Gott.
Tempelarbeit:
Göttliche Mutter, lasse mich durch die Pforten der Achtsamkeit
und Dankbarkeit zum Einssein mit Dir gelangen. Wenn
mein Geist in der Aussenwelt nach Sicherheit sucht, lasse
mich statt dessen innen Zuflucht suchen bei meiner gläubigen
Zuversicht, indem ich über diese schönen Worte Jesu
nachsinne:
Darum sage ich euch: Sorget nicht um euer Leben, was ihr
essen sollt, auch nicht um euren Leib, was ihr anziehen sollt.
Das Leben ist mehr als die Speise und der Leib mehr als die
Kleidung. Sehet die Raben an: sie säen nicht, sie ernten auch
nicht, sie haben auch keinen Keller noch Scheune, und Gott
nährt sie doch . . . Sehet die Lilien an, wie sie nicht spinnen
noch weben. Ich sage euch aber, dass auch Salomo in aller
seiner Herrlichkeit nicht ist bekleidet gewesen wie deren
eine. – Lukas 12, 22-28

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