Geschichte der Templer

Wir wollen uns ein bisschen die Geschichte des Tempelordens ansehen. Ich will Sie nicht mit Jahreszahlen langweilen; das taten ja zum Teil bereits unsere Geschichtsprofessoren in der Schule. Vielmehr wollen wir uns über die Hintergründe der verschiedenen Ereignisse Gedanken machen.

Templer – Johanniter – Deutscher Orden – Ritter des Heiligen Grabes


Ritterorden
Die Geschichte erschöpft sich absolut nicht mit dem weltlichen Rittertum. Im Mittelalter wurde vielmehr eine neue Seite dieser Erscheinung erzeugt, die ihresgleichen nie wieder vorkam. Ich meine damit die geistlichen Ritterorden. Anlass zur Gründung derer war durch die Kreuzzüge gegeben. Als das Heilige Land, das Land des Gottessohnes, das heißt der Himmel des mittelalterlichen Glaubens, erobert war und ein Königreich Jerusalem unter christlicher Herrschaft nach dem Vorbild von Europäischen Staaten entstand, da kam die Spitze des mittelalterlichen Begehrens, nämlich die Verbindung von Mönchtum und Rittertum, die beidarmigen geistlichen Ritterorden zum Tragen. „Beidarmig“ deshalb, weil sie in der Rechten das Schwert zum Kampfe führten und in der Linken das Mönchskreuz hielten.
Diese Orden waren Mächte in ihrer Zeit. „Ihre Chefs“ die Ordens- oder auch Hochmeister genannt, die erst in neuerer Zeit den Titel „Großmeister“ trugen, hatten unmittelbar den Rang nach Päpsten, Kaisern und Königen und bezeichneten sich selbst als „von Gottes Gnaden“ ernannt. Diese Orden wurden natürlich von den Päpsten mit Vorrechten überhäuft und begünstigt. Die Bosse oder „Meister“ dieser Orden wurden von einem eigenen Wahlkörper erwählt, der aus einer bestimmten Anzahl von Rittern bestand. Bei den Templern waren es regelmäßig acht Ritter. Der Meister war der höchste Befehlshaber der Streitkräfte des Ordens. Weiters gab es: den Seneschall, der im Frieden, und der Marschall, der im Kriege die Stellvertretung des Großmeisters innehatte. Den Schatzmeister, dessen Aufgabe sich von selbst erklärt, den Drapierer, welcher für die Bekleidung und den Turkopolier, der für die Hilfstruppen, also die meist einheimischen – im Morgenland natürlich – zuständig war. Mit diesen und weiteren bildete der Großmeister den Konvent, der die größte Macht im Orden innehatte. Die genannten und dazu sämtliche höherrangige Ritter stellten das Generalkapitel dar.
1118 oder 1119 (jetzt muss einmal eine Jahreszahl eingeflochten werden) bildeten 9 französische Ritter eine Gesellschaft, welche außer den Mönchsgelübden des heiligen Benedikt auch den zusätzlichen Eid ablegte, das Heilige Land zu verteidigen und die christlichen Pilger vor Überfällen zu schützen. Diese Gesellschaft nannte sich „arme Ritter Christi“ und stand unter dem Befehl von Hugo de Payens und dessen Stellvertreter Geoffrey de Saint-Omer, welche beide Waffengefährten des großen Gottfried von Boillon waren.
Der herrschende König von Jerusalem, Balduin I, überließ den Rittern eine Wohnung in seinem Palast, der auf den Ruinen des alten salomonischen Tempels errichtet worden war und nach dem sie auch den Namen „Ritter des Tempels“ erhielten. Auch der Patriarch von Jerusalem war ihnen sehr zugetan. Der Orden wurde als solcher auf der Synode von Troyes, welche 1128 stattfand, bestätigt. Die Gründer waren ebenfalls dort anwesend. Eine eigene Regel und das weiße Ordenskleid der Zisterzienser wurde ebenfalls erteilt. Dies war das Werk des Hl. Bernhard von Clairvaux, dem Abt des Zisterzienserstiftes. Das rote Kreuz mit dem achtspitzigen Kreuz kam erst 1146, vom damaligen Papst Eugen III bewilligt, hinzu.
Alle Könige und Machthaber der christlichen Länder wetteiferten darin, dem Orden Besitzungen zu verleihen. In der Stiftungsurkunde der „armen Genossen des Tempels in der Heiligen Stadt“ stand zwar die Armut als Gelübde, damit war jedoch nur die persönliche gemeint. Ich erwähne das, um Missverständnisse auszuschließen. Nach nur einem halben Jahr seit Bestand des Ordens, verfügte dieser bereits über ausgedehnte Besitzungen, sowohl im Morgen- als auch im Abendland.
Im Anfang hatte der Orden nur weltliche Ritter, die wohl nach geistlicher Regelung handelten, jedoch war das Gefühl nach Selbständigkeit bzw. Unabhängigkeit noch nicht so gediehen, sodass erst in späterer Zeit wirkliche Geistliche aufgenommen wurden, die dann die Klasse der Kleriken bildeten und deren Aufgabe es war, die Seelsorge und die Gottesdienste im Orden auszuführen. Die Kleriker waren von geistlichen Mächten außerhalb des Ordens unabhängig. Der innere Einfluss war jedoch gering und sie waren den Rittern unterstellt.
Es gab weiters noch die Klasse der Servienten, das heißt, der dienenden Brüder. Ihre Inhaber konnten nicht zu den Ordensämtern emporsteigen, jedoch waren diese Stellen sehr gesucht, da sie ein für die damalige Zeit nicht immer normales, das heißt ein sorgenfreies Leben und Essen bedeuteten.
Eine weitere Klasse war jene der Affiliierten. Das waren Leute beiderlei Geschlechts, die kein geistliches Gelübde ablegen mussten und auch nicht Logis in den Ordenshäusern bezogen. Diese Menschen waren für den Orden tätig (Angestellte) und es war üblich, ihr Vermögen nach ihrem Ableben dem Orden zur Verfügung zu stellen. Zu dieser Gruppe gehörten auch die Donaten, deren Dienstverpflichtung dem Orden gegenüber auf rein freiwilliger Basis bestand. Weiters gab es die Oblaten, welche schon seit ihrer Kindheit von ihren Eltern für den Ordensdienst bestimmt waren und dementsprechend erzogen wurden.
All diese Klassen jedoch betitelten sich untereinander als „Brüder“. Es gibt verschiedene Meinungen über die Bedeutung des Ordenssiegels, das zwei auf einem Pferde sitzende Ritter zeigt. Die eine ist die eben jener zuvor erwähnten Brüderlichkeit, die zweite meint eine Wiederspiegelung des Gelübdes der persönlichen Armut darin erblicken zu können. Wahrscheinlich drückt das alte Ordenssiegel beides aus.
Von allen geistlichen Ritterorden hatten jedenfalls die Templer die meisten Vorrechte. Gegen Ende des Bestandes des Ordens, das heißt im frühen 14. Jahrhundert, verfügten die Templer über ein Reich von 21 Provinzen, davon 5 im Orient und 16 in Europa. Darin standen 16.000 Ordenshäuser und Burgen, eigene Krankenhäuser, Schulen bis zu Universitäten, Banken und Landwirtschaften.
Die Ritterschaft hatte ein ausgezeichnetes Bankwesen. 1307 waren Einkünfte in Höhe von umgerechnet auf heutige Eurobasis etwa 30 Millionen zu verzeichnen. Damit Sie einen besseren Vergleich haben: Die Einkünfte des Königs von Frankreich beliefen sich im selben Jahr auf etwa 730.000 – 870.000 (wieder auf heutige Eurobasis umgerechnet). Der Orden umfasste zu jener Zeit 20.000 Ritter. Es wurden umfangreiche Wechsel und Handelsgeschäfte, sowie große Verleihungen an Landesherren, Vermietungen der Flotte und Spekulationsgeschäfte jeder Art durchgeführt. In den Krankenhäusern des Ordens unterhielten sie renomierte Medizinschulen, die später als Fakultäten in die von ihnen gegründeten Universitäten eingegliedert wurden.
Durch diese Geschäftstüchtigkeit und den Reichtum wurde der Orden eine Gefahr für verschiedene Staaten. In Frankreich zum Beispiel war er der „Mächtigste Mann im Staat.“
Die Templer, namentlich die Französischen, nannten eine eigens für sie in die Landessprache übersetzte Bibel ihr Eigen. Die Beichte wurde vor den geistlichen Brüdern auf recht formlose Weise abgelegt und das Abendmahl eigentlich als Brudermahl betrachtet.
Später gab es böswillige Erfindungen, die den Brüdern vorwarfen, ein sogenanntes Idol angebetet zu haben und bei der Aufnahme in den Orden das Bespucken des Kruzifixes verlangt zu haben.
Soweit über den Aufstieg, nun jedoch über den Untergang des Ordens:
Nachdem die Vertreter des Abendlandes auf dem orientalischen Festland keinen Boden mehr besaßen und die Kreuzzüge eingestellt waren, das war etwa gegen Ende des 13. Jahrhunderts, war es zur Aufgabe der herrschenden Päpste geworden, ein neues Betätigungsfeld für die geistlichen Ritterorden zu suchen. Die Templer beschäftigten sich in jener Zeit mit der Verwaltung ihrer riesigen Güter. Die meisten Ordensmitglieder lebten in ihren abendländischen Besitzungen.
Auf Zypern, in Limassol residierte noch der letzte Ordensgroßmeister Jakob von Molay mit seinem Konvent und der dazugehörigen Beamtenschaft.
Molay
Clemens V, der in Avignon lebende und in Frankreich gewählte Papst hatte die Idee, das war etwa 1305, die großen Orden zu vereinigen und einen neuen Kreuzzug zu veranstalten. Die Bruderschaften waren jedoch aus logischen Gründen gegen eine solche Vereinigung. Zu gleicher Zeit forderte der französische Inquisitor Imbert auf Grund von bei der französischen Inquisition eingelaufenen Klagen über die Ketzerei der Templer den damals herrschenden König von Frankreich, Philipp IV, genannt „den Schönen“ auf, gegen die ungläubigen Ritter einzuschreiten. Philipp hörte diese Aufforderung nicht ungern, da er schon seit längerem auf den Besitz und das Vermögen der Templer eifersüchtig gewesen war.
Auch an den Papst wurde dieselbe Aufforderung gerichtet, der sich daraufhin veranlasst sah, den Großmeister der Templer und den der Johanniter zu einer Art „Lagebesprechung“ einzuladen. Sicher ging es dem Kirchenoberhaupt primär um die Durchsetzung seiner Idee eines neuen Kreuzzuges. Jedoch nur Jacques de Molay folgte der Einladung, da der Johanniter, der gerade mit der Belagerung von Rhodos beschäftigt war, sich aus diesem Grund entschuldigen konnte. Der Fehler, den de Molay beging war jener, dass er gegen den Wunsch des Papstes mit seinem ganzen Konvent, der auch das Archiv und den Schatz des Ordens, der aus ca. 200.000 Goldgulden und einem Dutzend Pferdeladungen Silber bestand, mitführte und damit das Verderben des ganzen Ordens erleichterte.
In der Nacht vom 12. zum 13. Oktober 1307 ließ der französische König alle Templer, die sich auf französischem Territorium befanden, verhaften und ihre Güter beschlagnahmen. Es ist das Einverständnis des Papstes mit dieser Aktion geschichtlich nicht erwiesen.
Die Tatsache, dass Philipp sofort im sogenannten „Tempel“, dem Ordenshaus, welches seinerzeit noch außerhalb Paris lag sein Quartier aufschlug, beweist, dass es der französische König in erster Linie auf das Vermögen der Brüder abgesehen hatte, zumal außerdem in diesem Hause der Schatz des Ordens aufbewahrt wurde.
Es wurde bei dem folgenden Prozess gegen den Orden nicht allzu zimperlich mit den Foltermöglichkeiten umgegangen. Die Anklage lautete auf ausschweifendes Leben und Ketzerei.
Der Papst und der König konnten sich endlich einigen, und in allen übrigen Ländern wurde die Einkerkerung der Templer vom Papst befohlen, welche auch mehr oder weniger genau, mit der Ausnahme von Portugal befolgt wurde.
Im Pariser Gefängnis starben fast 40 Templer während der Interrogation beziehungsweise Untersuchungen, und in ganz Frankreich wurden mehr als 2.000 Ritter durch Folter, Kerker und Feuertot getötet.
Sehr unnachgiebig erwies sich nun der Papst, und dieser veranlasste 1312 die Aufgebung des Ordens auf Grund von Erpressungen seitens des französischen Königs. Dieser Akt geschah, bevor Abgesandte des Ritters vor dem versammelten Konzil zu Vienne ein Gnadengesuch einbringen durften.
Der letzte Großmeister des Ordens, wurde am 11. März 1314 mit zwei Getreuen auf dem Scheiterhaufen verbrannt.

Verbrennung-von-Großmeister-de-Molay-in-Paris

In Ländern wie England, Deutschland und Spanien jedoch wurden die Templer als schuldlos befunden, merkwürdigerweise ebenfalls in Avignon, der päpstlichen Stadt. Auch in Italien wurde kein einziges Todesurteil gegen ein Ordensmitglied ausgesprochen. Lebenslängliches Gefängnis war jedoch das Los vieler Brüder. Das Pariser Ordenshaus und den Schatz behielt Philipp. Die restlichen Güter wurden vom Papst den Johannitern übertragen, zu denen auch viele Templer übertraten. Einige aber kamen davon. Die Templerische Flotte verschwand mit den Geheimakten und einem Teil des Ordensschatzes aus La Rochelle, dem traditionellen Templerhafen, hinaus auf den Atlantik.
Die Ordensauflösung wurde in Portugal nicht vollzogen, ja nicht einmal die Ritter waren dort verhaftet worden. Der „Orden Jesus Christi“ war dort der Nachfolger unter König Dionys. Der neue Orden konnte ebenfalls von der Krone unabhängig bleiben, und hundert Jahre später nahm der damalige Großmeister Heinrich, genannt der Seefahrer, für seine Entdeckungsreisen, die der Suche des Seeweges nach Ostindien dienten, die Schätze des Ordens in Anspruch.
Man sieht deutlich, dass die Ritterschaft durch einen Gewaltakt unterdrückt wurde. Wie Sie sehen, gab es bereits damals Justizmorde.
Wohin sie damals verschwunden sind (nämlich westlich des Atlantiks), von dort her kamen sie in neuerer Zeit wieder zurück in der Form des heutigen „Alten Souveränen Templerordens“.
Was bedeutet das? Eine endlich fundierte Spur zu den „verschwundenen Templern“! Es ist heute erwiesene Tatsache, dass die Templer schon lange vor Columbus in Amerika waren und dort lebhaften Handel betrieben. So prägten sie nicht nur ihre Silbermünzen aus amerikanischem Silber, sie bauten aus diesem auch 80 Kathedralen und Kirchen in Europa. Zu einer Zeit also, da in Europa Knappheit an Silber bestand. Mit ihrer gewaltigen Flotte holten die Templer dieses aus Amerika, doch sie schwiegen über „ihr Silberland“!
Keine Frage mehr, wohin die Templer nach ihrer Verfolgung flüchteten. Archäologische und anthropologische Funde weisen heute darauf hin, dass die Templer nicht nur bei den Inkas, sondern über viele Einwohnerstämme Amerikas die Macht übernahmen. Sie errichteten über diesen Kontinenten, wie sie es in Europa zu tun pflegten, ihre „Templerstraßen“. Erst durch die spanische Besitznahme verschwanden die Templer gänzlich in der Versunkenheit. Versunkenheit? Niemand kann dies heute mit Bestimmtheit sagen.
Das Geheimnis der „Templer in Amerika“ wird wohl von Außenstehenden nie geklärt werden können. Außenstehende aber machen immer wieder Funde (Templerkreuze auf Grabsteinen, templerische Motive sogar in Indianerschmuck und -kleidung etc.), die einwandfrei auf das Vorhandensein der Templer in den heutigen USA hinweisen.
Allein in Europa haben sich – in der Vergangenheit und in jüngerer Zeit – insgesamt 9 Tempelherren-Orden konstituiert. Keiner von diesen allerdings konnte die rechtliche Abstammung von den Templern nachweisen. Denn die französische Inquistition Anfang des 14. Jahrhunderts war unerbittlich:
Sie rottete die Templer aus! Deshalb muss jeder aufhorchen, wenn er heute von den „amerikanischen Templern“ hört und liest. Es ist keine Erfindung des „Landes der unbegrenzten Möglichkeiten“, sondern ein Stück vergangener Geschichte Europas, die sich in Amerika lebendig gehalten hat und jetzt – zu uns zurückkehrt!

Auf Wikipedia finden Sie noch weitere Informationen über die Templer.