Auf der Rundroute „Circuit du Larzac templier et hospitalier“

Saint-Eulalie: das Mutterhaus des Ordens
Umgeben von einer Festungsmauer mit fünf Türmen, schmiegt sich das Dorf in das Tal des Cernon – ganz in der Nähe der Roquefort-Kellereien. Nach dem Erwerb der Kirche von Saint-Eulalie ließen sich die Tempelritter auf dem gesamten Larzac nieder.

Ihr Hauptsitz, die Kommandatur Sainte-Eulalie, hat in seinen mittelalterlichen Gassen von viel Ursprünglichkeit bewahrt. Das einstige Schloss der Templer weist auf einen Platz, dem ein Brunnen und Schatten spendende Platanen ein mediterranes Ambiente verleihen.

Das von den Tempelrittern zwischen 1187 und 1249 errichtete Bauwerk wird von Strebepfeilern und einem hohen, viereckigen Turm flankiert. Den Ehrensaal der Commanderie von Ste-Eulalie-de-Cernon schmücken Wandteppich von Anne-Marie Letort, die anderen Räume Wappen, Gewänder und Hausrat der Tempelritter.

Im Laufe der Jahrhunderte wurden die Gebäude immer wieder verändert. Das zeigen der mit Fresken geschmückte Treppenaufgang sowie Fenster und Balkone im Stil der Renaissance. Diese Verschönerungen sind den Hospitalitern zu verdanken.Nicht verpassen solltet ihr auch nicht die schlichte Kirche von Sainte-Eulalie.

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1 Response to Auf der Rundroute „Circuit du Larzac templier et hospitalier“

  1. Info dazu: Sainte Eulalie (Komturei, Frankreich)
    Raimond, Abt des Klosters Saint-Guilhelm-le-Désert, übertrug den Templern 1151 die Kirche von Sainte Eulalie gegen eine jährliche Rente von 80 Sols Melgorien und 6 Käse. Weitere Schenkungen von lokalen weltlichen Adligen, aber auch von Äbten und Bischöfen der näheren Umgebung, folgten in der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts. 1159 schenkte Raymond Berengar, König von Aragon und Graf von Barcelona, dem Orden die Stadt Sainte Eulalie und all seine weiteren Besitztümer und Rechte im Larzac. Dies gab den Templern die Möglichkeit, im Gebiet eigene Ortschaften und Befestigungen zu errichten. In den nächsten Jahrzehnten erweiterte der Orden die eigenen Besitztümer durch Tausch, Schenkungen, aber auch erzwungene Verkäufe und verdrängte so die verbliebenen alten Grundeigentümer im Larzac. Schließlich waren sie die Hauptgrundeigentümer auf dem Plateau. Natürlich generierte diese Politik Feindschaften bei den Nachbarn; es kam zu zahlreichen Zwistigkeiten und Überfällen auf Ordensgüter. Die Brüder von Sainte Eulalie waren während des Prozesses im königlichen Schloss von Najac eingekerkert.

    Sainte Eulalie war ein Zentrum der Land- und Viehwirtschaft, besonders der Schaf- und Ziegenhaltung. Bei der Bestandsaufnahme der Güter der Komturei nach der Verhaftung der Ordensbrüder 1308, zählten die Beamten 35 Pferde und Esel, 22 Arbeitsochsen, und gemeinsam mit er Nachbarniederlassung La Cavalerie 120 Rinder, 24 Schweine, 180 Ziegen und 1725 Schafe. Demgegenüber wurden an Waffen nur 5 Armbrüste und 10 Helme registriert! Auch eine Mühle, Weinkeller und natürlich eine Scheune gehörten zur Komturei.

    Bald nach Übernahme der Kirche von Saint Eulalie begannen die Templer mit deren Rekonstruktion sowie mit dem Bau einer befestigten Niederlassung. Eine Burganlage ist ab 1187 ewähnt. Heute präsentiert sich die Burg von Sainte Eulalie als fast geschlossenes Mauerviereck mit 20 Meter hohen Türmen, doch stammen diese eindrucksvollen Befestigungen aus der Zeit der Johanniter, dem 15. Jahrhundert. Ein einziger Gebäudeteil, der sich heute zum Dorfplatz hin öffnet, stammt noch aus Templerzeit. Auch hier wurde die Fassade aber nachträglich abgeändert, besonders im 18. und 19. Jahrhundert.

    Die Kirche besteht aus einem einzigen Schiff, unterteilt in vier Joche. Das Gewölbe wird von Doppelrippen gehalten, die auf mit floralen Motiven geschmückten, einfachen Kapitellen ruhen. Die Apsis ist halbrund und ebenfalls gewölbt. 1648 wurde unter dem damaligen Johanniterkomtur Jean de Bernouy-Villeneuve in die Bausubstanz eingegriffen und die alte Orientierung der Kirche verändert. Um eine Zutrittsmöglichkeit vom Dorfplatz her zu schaffen, wurde die Apsis durchbrochen und mit einem barocken Eingang versehen.

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